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RSSPrint

Dobbrikow erinnert an Nazigegner Pfarrer Heinrich Vogel

19.06.2020

Heinrich Vogel gründete mit anderen die damals illegale Kirchliche Hochschule in Berlin als unabhängige Universität.

In Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz  wird am Sonntag, den 21. Juni 2020 im Pfarrhaus in Dobbrikow der Heinrich-Vogel-Erinnerungsort eröffnet. Der widerständige evangelische Theologe war von 1932 bis 1946 Pfarrer der kleinen Gemeinde südlich von Berlin.

Getragen von seinem Glauben und unterstützt von seiner Gemeinde engagierte sich Heinrich Vogel in der Bekennenden Kirche. Er gründete mit anderen die damals illegale Kirchliche Hochschule in Berlin als unabhängige Universität, erwies sich als entschiedener Gegner der Judenverfolgung und war neben seiner theologisch-wissenschaftlichen Tätigkeit Dichter vieler Lieder.

All das dokumentiert  die neue Dauerausstellung  mit gut verständlichen Texten, zahlreichen Originaldokumenten und bisher unbekannten Fotos aus der Zeit. Sie macht Mut zu unangepasstem Handeln und zeigt, dass auch eine Dorfgemeinde gegen Diktatur und Terror Widerstand leisten kann.

Die Historikerin Martina Voigt von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand hat die Schau in Zusammenarbeit mit Angehörigen der Familie Vogel, der Landeskirche, der evangelischen Kirchengemeinde in Dobbrikow und dem Kirchenkreis Zossen-Fläming kuratiert. Gestaltet wurde sie von der Graphikerin Gabriele Dekara.

Den Coronamaßnahmen geschuldet  ist am 21.Juni 2020 zunächst eine kleine Eröffnung mit Gottesdienst und Besichtigung in Kleingruppen geplant, ein „Soft-opening“ für die Menschen der Kirchengemeinde und die Beteiligten.

Für alle Interessierten öffnet der Heinrich-Vogel-Erinnerungsort ab dem  27. Juni jeweils Samstag von 14 bis 17 Uhr (Nettgendorfer Str. 8, 14947 Nuthe-Urstromtal, OT Dobbrikow, Pfarrhaus gegenüber der Dorfkirche). Gruppen nach Vereinbarung und Anmeldung unter: dobbrikow.ausstellung@gmx.de.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Pfarrerin Marion Gardei,
Beauftragte für Erinnerungskultur der EKBO, m.gardei@ekbo.de. Sie ist am Sonntag vor Ort und telefonisch erreichbar unter: 0172 89 57 958.